
Die Stadt Chicago hat eine Fläche von etwa 606 Quadratkilometern und ist damit die drittgrößte Stadt der USA. Die Stadt erstreckt sich über 606,1 km². Da muss man als Tourist zwangsläufig eine Auswahl treffen. Die fällt mit einem guten Reiseführer leicht. Man will ja interessante Punkte besuchen. Trotzdem bedeutet das, laufen, laufen, laufen. Zwischendurch mit öffentlichen Transportmitteln.
Die Temperaturen sind an diesem Tag, wir schreiben den 22. Juli, sommerlich warm. Ein T-Shirt reicht. Eine Kappe gegen die Sonne ist ratsam. Ausreichend Wasser sollte schon im Rucksack sein. Betritt man ein Gebäude, fängt man unwillkürlich an zu frieren, so weit kühlen die Amerikaner ihre Wolkenkratzer herunter.
Die Innenstadt mit Bezirk Chicago Loop
Wir erkunden heute im großen und ganzen den Chicagoer Loop. Der Chicago Loop ist der bekannteste und meistfotografierte Bezirk von Chicago. Auf dem dicht bebauten Gebiet direkt am Ufer des Lake Michigan erheben sich weltberühmte Wolkenkratzer wie der Willis Tower und das AON Center in schwindelerregende Höhen. Trump hat hier einen Wolkenkratzer errichten lassen, der an einen stark stilisierten Penis erinnert. Es ist das einzige Gebäude, dass den Schriftzug seines Auftraggebers gut sichtbar an der Aussenfassade angebracht hat. Er steht nicht im Loop sondern am Ufer des Chicago River im nördlichen Stadtteil, schaut nur auf den Loop und hat für mächtig Ärger gesorgt: Ein Richter entschied, dass der Turm bereits vor seiner Eröffnung im Jahr 2008 illegal betrieben wurde. Der Wasserverbrauch wurde falsch angegeben, was zu Schäden an den Fischbeständen führte. Das Kühlsystem war nicht im Einklang mit dem Clean Water Act ausgelegt, entnahm zu viel Wasser dem Chicago River. Der Großteil der Vergleichssumme in Höhe von 4,8 Millionen soll im Rahmen eines ergänzenden Umweltprojekts zur Wiederherstellung des Fischlebensraums im Fluss verwendet werden.
Bohnenförmige Struktur erzeugt interessante Spiegelung
Das Chicagoer Rathaus (mit Sandsteinfassaden im kassizistischen Stil aus dem Jahr 1911) und den Millennium Park mit dem futuristischen Cloud Gate befinden sich im Chicagoer Loop. Das Cloud Gate ist eine riesige, bohnenförmige Skulptur im Freien, deren spiegelnde Oberfläche immer wieder neue Eindrücke bietet. Nicht nur die umliegenden Gebäude spiegeln sich in der Skulptur, sondern auch die vor ihm stehenden Besucher, was zu ausgiebigen Fotosessions einlädt.
Besonders beeindruckend die öffentliche Bibliothek (Harold Washington Library Center), ein zehnstöckiges Bibliotheksgebäude. Zum Zeitpunkt ihrer Fertigstellung im Jahr 1991 war sie die größte Umlaufbibliothek in den Vereinigten Staaten. Sie gilt nach wie vor als Vorbild für die Planung und Gestaltung großer öffentlicher Bibliotheken. Das Gebäude ist eine geordnete Mischung aus traditionellen Motiven aus der Mythologie und Kultur Chicagos und des Mittleren Westens sowie aus postmodernen Architekturstilen. Bill Gates hat über eine Millionen Dollar für die Digitalisierung der Bibliothek gespendet.
Demos und Polizeieinsatz
Eine Demonstration vor der berühmten Skulptur von Picasso sorgt dafür, dass M. von seiner Frau von diesem Platz gezogen wird. Ein paar Blöcke weiter geraten wir in den nächsten Polizeieinsatz: Ein ganzes Gebäude ist durch Polizeikräfte abgesperrt, hungrige Reporter warten mit ihren aufgebauten Kameras auf Bilder, die sie ins gläserne Studio von CBS News Chicago liefern können, das sich gleich in der Nachbarschaft des Geschehens befindet. Wir machen uns derweil erst einmal auf die Suche nach einem kleinen Café um auszuruhen, bevor es zu Fuß und mit Bus in Richtung unseres Hotels geht.