Elsternest

Der Lyriker Gilbert Fels im Schriftstellerhaus

gilbert_felsLeser, die nicht regelmäßig zu Besuch im Schriftstellerhaus in der Kanalstraße 4 in Stuttgart zu Besuch sind, werden mit dem Namen Gilbert Fels nicht viel anzufangen wissen. Im Internet finden sich nur vereinzelt Einträge, wenige Hinweise auf einige Publikationen von ihm. Die Mitglieder des Schriftstellerhauses kennen Gilbert jedoch aus vielen Veranstaltungen sehr gut. Wer ist dieser Autor, der am 11. November im Schriftstellerhaus las? Carmen Kotarski stellte ihn kurz vor:

Gilbert Fels ist Lyriker und Prosaautor. Er hat Geschichte und Philosophie in Mannheim studiert. Sein Studienpunkt „Analytische Philosophie“ schimmert in der Genauigkeit seiner Texte immer wieder durch. Er hielt sich längere Zeit in Florenz, im Wallis und an der Ardèche auf. Was er dort trieb, verriet uns die Moderatorin nicht.

Carmen KotarskiCarmen Kotarski, mit Gilbert Fels in langjährige Freundschaft und Kollegenschaft verbunden, legte den Kern seines neuen Buches, Titel „Zwischenakt“, im Gespräch mit ihm frei: Die Kneipe.

Die Gedichte sind Beschreibungen unterschiedlicher Kneipenbesuche des Autors, der dort nicht nur sein Bier getrunken hat, sondern mit Block und Bleistift die Atmosphäre, die Gegebenheiten, die Menschen festgehalten und in Verse gegossen hat. Es sind Gedichte in langen Zeilen, rhythmisiert durch sein bevorzugtes Satzzeichen, die Virgel. Dieses Zeichen an Stelle des Kommas war bis ins 19. Jahrhundert hinein verbreitet:

Zum Wohl! / für dies Bier bist du hier / und für die Lust / auf
die Eskapade / der Ruhe, des Innehaltens / dem Straßengesche-
hen entronnen / an den zeitlosen Ort dieser Halböffentlichkeit /
frequentiert, zu dieser Stunde, nur von drei, vier Deinesgleichen /
durch denselben Impuls regiert / du nickst ihnen zu / mildes
Frühsommerabendlicht / füllt durch die offenstehenden Fenster
ein / Stimmen der Stadt / die eine eigene Akustik aus leiser Mu-
sik und Stille dämpft, überlagert / dir / hier / angekommen /
jenseits von Pflicht, diesseits von Zuhause / du siehst erwar-
tungsvoll zu, wie sie der Halben die Krone aufsetzt / und blond,
betaut, überschäumend steht sie vor dir /

Wie er das liest, mit eindringlicher, klarer Stimme, kann man in diesem Video erfahren. Zu Anfang erklärt er den Namen seines Werkes: „Zwischenakt“. Es handelt sich dabei um eine Mannheimer Theaterkneipe, in der auch schon Schiller verkehrte. In den Pausen tranken die Schauspieler schnell mal ein Bier.

Hier sind die Einführung, sowie Teil 3 der Lesung  und Teil 4 der Lesung abrufbar.

schlackNach fünfzehnjähriger Pause hat der Verleger Peter Schlack seine verlegerische Tätigkeit wieder aufgenommen und mit Gilbert einen wunderschönen, bibliophilen Band in einer Auflage von 200 Stück herausgebracht, jedes Exemplar nummeriert und vom Autor signiert. Ich erwarb an diesem Abend das 119. Exemplar. Wenn der Verkauf so weiter geht, wird Peter Schlack eine weitere Auflage in Auftrag geben müssen.

Die Lyrikreihe des Schriftstellerhauses wird am 18. November fortgesetzt. Es liest Jürgen-Peter Stössel aus seinem Werk “Mit dem Rücken zur Luft” (moderiert von Günter Guben) Der 4. Teil wird bestritten von Mathias Jeschke mit “Der Fisch ist mein Messer”. Diesen Teil wird der Verleger Peter Schlack am 9. Dezember 2014 moderieren. Beginn jeweils um 19.30 Uhr.

Zwischenakt
Edition Peter Schlack, 24 Seiten, fadengebunden
Nummerierte und signiert vom Autor, Preis 10 €

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