Elsternest

Die Leslie Box in Oshkosh erlebt (Chic-Mich-ND)

Leslie Lautsprecher
Der sich drehende Hochtöner der Leslie Box

In Oshkosh, unserem letzten Halt vor Chicago, angekommen, machen wir uns auf dem Weg in die Innenstadt, um dort eine Kleinigkeit zu essen. Gleich zu Beginn unseres Erkundungsspazierganges stoßen wir im Park auf die Jay Edward Band, ein Kraftpaket aus Musikern, die alle ihre langjährige Erfahrung und Leidenschaft auf die Bühne bringen. Mit ihrer gemeinsamen Liebe zu Blues, Rock und Soul liefern sie an diesem Abend einen energiegeladene Auftritt, der das auf der Wiese versammelte (ältere) Publikum offensichtlich begeistert.

Dennis Wage gewann einen Grammy für das beste traditionelle Blues Album

Dennis Wage, der Keyboarder der Band, verleiht dem Sound der Band eine gefühlvolle Note, die sowohl technisch beeindruckend als auch emotional bewegend ist. Seinen Sound gestaltet er mit der legendären Leslie Box.

Donald Leslie war mit dem Sound der Hammond Orgel nicht zufrieden

Donald James Leslie (13. April 1911 – 2. September 2004) war ein US-amerikanischer Erfinder, der vor allem für den Leslie-Lautsprecher und dessen charakteristischen Effekt bekannt war, der häufig bei der Hammondorgel zum Einsatz kam und zur Popularisierung elektronischer Instrumente beitrug.

Don Leslie war der Meinung, dass die Hammond Orgel– so gut sie auch klang – nicht die dreidimensionale Fülle einer Pfeifenorgel oder Theaterorgel hatte, die den Klang in einen großen hallenden Raum pumpte, wo dieser Klang herumschwirrte und den Raum füllte. Um diesen 3D-Effekt zu erzielen, entwickelte Leslie ein Lautsprechersystem, das aus zwei rotierenden Lautsprechern – Hoch- und Tieftönern – bestand, die beim Drehen den Klang im Raum verteilten und so für die fehlende Bewegung und Lebendigkeit sorgten, wodurch der Klang der Hammond-Orgel erheblich verbessert wurde.

Drehende Lautsprecher machen den Effekt

Um den charakteristischen dreidimensionalen Wirbeleffekt zu erzeugen, drehen sich beide Lautsprecher in entgegengesetzte Richtungen. (Auf dem Bild ist nur der Hochtonbereich zu sehen) Der stationäre Tieftöner ist nach unten in eine sich drehende Trommel gerichtet, die den Tieftonbereich verteilt. Der Hochtöner ist mit einem Doppelhorn gekoppelt, das sich ebenfalls in entgegengesetzter Richtung zur sich drehenden Tieftrommel dreht – eines der Hörner ist ein Dummy, das nur zum Ausgleich dient, wenn sich das Horn dreht. An dem Horn befindet sich ein Aufsatz namens Deflektor, der dazu dient, den Klang des rotierenden Horns zu streuen; diese Streuung ist ein wichtiger Bestandteil des Leslie-Sounds, obwohl manche Leute den Diffusor entfernen, um den Effekt zu variieren.

Die rotierenden Lautsprecher sorgen für einen satten, pulsierenden Klang – den klassischen Leslie-Effekt. Die Motoren, die die Lautsprecher bewegen, laufen mit zwei verschiedenen Geschwindigkeiten, die über einen Schalter gesteuert werden. Bei Hammond-Anwendungen ist dieser Schalter in der Regel an der Orgel angebracht, direkt unterhalb der Tastatur auf der linken Seite.

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