Es scheint, als würden in Jamestown Golfmeisterschaften ausgetragen und die Bewohner der Stadt würden ihre Rasenstücke, die sie vor und hinter ihren Häusern haben, immer darauf vorbereiten, um nicht plötzlich überrascht zu werden. Egal, durch welche Straße man geht, immer trifft man einen an, der mäht. Das Mähen ist für viele Bewohner (in der überwiegenden Zahl mäht der Hausherr) nicht nur eine Pflichtübung sondern es scheint: es ist ein Hobby. Ein Rasen wird nicht nur gestutzt, abgemäht, nein, man achtet auf die Schnittrichtung. Manche Rasenflächen sind nach der Rasenrasur von schrägen Streifen durchzogen, was darauf hindeutet, dass der „Sensenmann“ die Wuchsrichtung des Rasens berücksichtigt hat. Natürlich werden auch die Kanten (in der Regel mit einem „Fadentrimmer“ oder „Fadensense“) getrimmt, so dass der Rasen tip top aussieht, wenn der Hausbesitzer gemäht hat. Gekehrt wird oft nicht, die verwehten, abgeschnittenen Halme, die nicht im Korb des Rasenmähers gelandet sind, werden in den Abflussrinnen, die entlang der Straßenränder laufen, liegen gelassen. Der nächste Regen macht die Arbeit, wenn der Hausbesitzer sich nicht die Arbeit machen will und mit einem Laubbläser das wenige Gras zusammen bläst. (Zum Einsatz von Laubbläsern siehe meinen Beitrag auf der BUND-Seite)
North Dakota ist Grasland
Gras ist in North Dakota eine wichtige Pflanze. Früher, als die Indianer noch die Landschaft durchstreiften, herrschte das Präriegras vor, das den Büffeln als Nahrung diente. Auch heute noch prägen weite Graslandschaften das Bild. Welch außergewöhnliche Pflanze und wie widerstandsfähig das Büffelgras ist, konnten wir im Buffalo-Museum sehen. Dort war ein Foto von einer Graspflanze aufgehängt: vierzig Prozent des Grases wachsen oberirdisch, 60 Prozent der Pflanze sind als Wurzeln ausgebildet. Es handelt sich um Big Bluestem Leadplant, eine hohe Grasart, die in weiten Teilen der Great Plains und der Graslandregionen im mittleren und östlichen Nordamerika heimisch ist. Rinderzucht wird hier betrieben. Und die Amerikaner verstehen etwas von Rinderzucht und Beef! Sie haben sich darauf wie kaum woanders spezialisiert. Schon vor rund hundert Jahren führte man die spezielle Mast der Rinder im Mittleren Westen ein.
