Elsternest

Mit dem Greyhound von Chicago nach Jamestown (Chic-Mich-ND)

Mit dem Greyhound Bus von Chicago nach Jamestown

Wie es dazu kam, eine Greyhound Fahrt zu machen: Wir haben die Metropolenstadt Chicago besucht und einen Trip durch Winsconsin, am Lake Michigan entlang, gemacht. Unsere nächste Station in diesem Urlaub liegt in North Dakota. Wir hatten überlegt, von Chicago nach Jamestown, wo unsere Tochter mit ihrer Familie lebt, mit dem Flugzeug zu fliegen. Einen Direktflug gibt es nicht, man muss immer über Denver fliegen. Also erst einmal 1.600 km nach Südwesten fliegen, um dann wieder 1.200 km nach Norden zu fliegen. Für uns eine völlig absurde Vorstellung. Wir haben uns nach Alternativen umgeschaut. Eine Bahnverbindung gibt es nicht (trotz des riesigen Bahnknotens in Chicago) aber es besteht die Möglichkeit, mit dem Bus die Strecke zurück zu legen. Eine Verbindung mit dem Greyhound Bus. Heute werden die Greyhound Busse von Flixbus gemanagt, Flixbus hat Greyhound übernommen.

Nachdem wir das Auto bei der Leasingstation abgegeben hatten, etwas getrunken haben, schieben wir unsere schweren Koffer zur etwa 2,5 km entfernten Busstation. Auf dem Weg noch den wunderbaren, zentralen Bahnhof (Union Station) besichtigt.

Die Busstation hat auch schon bessere Zeiten gesehen

Die Busstation stellt sich wie ein in die Jahre gekommener Wartesaal mit vielen Ausgangstüren zu den Bussen dar. 17 Gates sind heute nicht mehr notwendig, es fahren kaum parallel Busse ab. In dieser ungemütlichen Wartehalle müssen wir Stunde um Stunde warten, unser Bus fährt erst eine halbe Stunde nach Mitternacht ab. Hier warten Leute mit uns, die ganz offensichtlich einer anderen sozialen Schicht angehören, als die, die sich auf Flughäfen versammeln. Armut sieht man den wartenden Menschen an ihrer Kleidung sofort an. Eine andere Gruppe, neben der einkommensschwachen, sind Schüler, die, völlig verdreckt, in kurzer Sportbekleidung auf einen Bus warten. Aufgeregt schwatzend die Mädchen, ein Imponiergehabe zur Schau stellend die Jungen. Die Mädels zeigen sich gegenseitig Neuigkeiten aus den diversen sozialen Kanälen. So schlagen sie die Zeit tot, bis ihr Bus aufgerufen wird.

Technik aus anderen Zeiten

Eine Klimaanlage scheint es nicht zu geben. Ein riesiger runder Ventilator soll für etwas Kühle sorgen. An verschiedenen Wänden des Wartesaals sieht man halbhohe Telefonhauben, wie man sie aus amerikanischen Filmen aus Zeiten vor dem Siegeszug der mobilen Telefone kennt. Die Fernsprechapparate sind längst abgebaut. Ich erinnere mich noch an meine Reise nach New York, Mitte der 1990er Jahre. Da gab es noch Münzfernsprecher an jeder Ecke.

Die Busfahrer sind absolute Profis

Endlich wird unsere Busfahrt aufgerufen. Ein baumlanger schwarzer Fahrer mit akkurat geschnittenem Bart annonciert mit lauter, durchdringender Stimme die Abfahrt dies Busses nach Minneapolis Bus Station, unsere Zwischenstation auf der Fahrt nach Jamestown. In Minneapolis haben wir eine Stunde Aufenthalt, dann geht es mit dem Bus der Jafferson Lines weiter nach Jamestown in North Dakota, das wir nach 16 Stunden Fahrt (1.190 km) sicher erreichen. Glücklich schließen wir unsere Tochter und ihren kleinen Sohn in die Arme, die uns vom Busstop abholt.

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