
Der Hase wird allgemein mit Ostern in Verbindung gebracht. Ganze Kompanien streng blickender Schokoladen-Hohlraum-Figuren sitzen in den Supermärkten und warten auf Käufer. Immer tiefer muss Mutti zum Kauf seit Jahren in die Tasche greifen. Ein Mythos rankt sich um seine Fruchtbarkeit. Eier waren schon von jeher ein Fruchtbarkeitssymbol und so wurde der Hase kurzerhand zum „Eierbringer“ erklärt. Nicht so häufig sieht man den lebendigen Hasen rund um Korntal-Münchingen auf unseren Feldern. In den frühen Morgen- und Abendstunden entdeckt man ihn manchmal. Flink ist er unterwegs.
In Wettläufen und Boxkämpfen muss die körperliche Fitness bewiesen werden, wobei er sich damit nur einen Platz als Samenspender erkämpft: Die Häsin paart sich oft mehrmals. In ihrer Gebärmutter können sich mehrere Embryonen unterschiedlicher Entwicklungsstadien mit unterschiedlichen Vätern befinden.
Lebensraum und Nahrungsangebot werden für den Hasen knapp
Doch der Hase ist bedroht: Durch Intensivierung der Landwirtschaft verliert der Feldhase an Lebensraum und Nahrungsangebot. Hasenmütter brauchen vielfältige Pflanzenkost für energiereiche Milch für ihre Jungen. Leider werden viele Äcker vollständig abgeerntet, Felder so angelegt, dass sie dem Feldhasen keine Versteckmöglichkeiten mehr bieten. Junghasen werden durch intensiver Maschineneinsatz gefährdet. Sie vertrauen auf ihre Tarnung und verstecken sich in der freien Landschaft. Dünger und Pestizide werden eingesetzt und vergiften die Nahrung des Feldhasen. Das alles kann ihn im wahrsten Sinne des Wortes ausknocken.
Ich wünsche allen Leserinnen und Lesern ein gesegnetes Osterfest. Bleibt mir auch weiterhin verbunden und besucht das Elsternest regelmäßig, in dem immer wieder neue Eier liegen.