In den letzten Monaten wurde durch einige prominente Fälle auf das Thema Gewalt gegen Frauen das Scheinwerferlicht gelenkt. Frauen sind heute immer noch der brutalen Gewalt von Männern ausgesetzt. Das Thema hat auch die Kriminalliteratur erreicht, die ja häufig als Vehikel zur Problematisierung schwieriger Sachverhalte dient.
Ungebrochen werden im Stadtbild weiterhin sexistische Werbeplakate aufgestellt, hier ein besonders krasser und geschmackloser Fall. Ein Kabarettist im öffentlich rechtlichen Fernsehen, macht sich über Frauen lustig, die von Männern erschlagen werden (Femizide) und rät ihnen, doch mal vor dem Geschlechtsverkehr mit dem Mann zu reden! Krass, dass bei dieser geschmacklosen Opfer-Täterumkehr im Publikum kein einziger Buhruf zu hören ist, nur Geklatsche.
Riot Girl – ein starkes Debüt
Aber es regt sich auch Widerstand. Davon erzählt das Krimidebüt der Schriftstellerin Susanne Kaiser. für den sie im Rahmen der Stuttgarter Kriminächte den Thalia Debütkrimipreis das beste Debüt 2026 erhielt. In Riot Girl schlagen die Frauen zurück.
Dabei nutzt die Autorin ihre Expertise in langjähriger Forschungen zur neuen Gewalt gegen Frauen für einen packenden Kriminalfall. Sie beschreibt eindrücklich die Macht digitaler Kanäle. Auf der einen Seite werden dunkle Netzwerke von Männern genutzt, um junge Mädchen sexuell zu missbrauchen. Auf der anderen Seite geben dieselben Plattformen den Opfern die Möglichkeit, ihre Wehrlosigkeit zu überwinden und zurückzuschlagen. Mit Susanne Kaisers Protagonistin, einer verdeckten Ermittlerin, hat sie eine glaubwürdige, authentische Hauptfigur geschaffen, der man gerne in neuen Fällen wieder begegnen möchte.
Undercover in der Szene
In dem Roman Riot Girl beschreibt Susanne Kaiser eine neue Bewegung, Influenzas, von jungen Frauen, die Deutschland mit Aktionen überzieht. Sie blockieren Gebäude, zünden Mülltonnen an und schreiben Drohbriefe. Das bayrische Landeskriminalamt ist in höchste m Maße alarmiert schleust die Forensikerin Obalski als verdeckte Ermittlerin ins Jugendamt München ein. Dort soll sie undercover Informationen über die Bewegung, ihre Methoden und ihre Ziele beschaffen.

Meine Kollegin Susanne Martin, die selbst in der Jury der Stuttgarter Kriminächte sitzt, war von dem Roman beeindruckt und hat auf ihrem Blog eine ausführliche Rezension geschrieben. Direkt zur Rezension hier entlang
