Elsternest

Barcelona – M. begegnet Miró

Miró in Barcelona
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Es ist für M. nicht ganz einfach, einen Termin bei Miró zu bekommen. Als er das erste Mal am Museu Fundatiò Joan Miró vorbeischaut, sagen ihm die Angestellten, sie seien solidarisch mit den streikenden Metroangestellten und hätten ihrerseits die Arbeit nieder gelegt. Also macht M. sich am nächsten Tag noch einmal mit seiner Frau auf den Weg hinauf auf den Berg Sants-Montjuἲc. M. wird hereingebeten und kann sich in aller Ruhe das dort ausgestellte Werk von Joan Miró anschauen. Er ist überwältigt von der Schaffenskraft dieses Künstlers, der in seinen neunzig Lebensjahren ungeheuer viele Werke schaffte: ca. 2000 Ölgemälde, 500 Skulpturen, 400 Keramiken sowie 5000 Collagen und Zeichnungen. Darüber hinaus noch eine große Anzahl von Lithografien und Radierungen.
Er hat sich immer wieder politisch eingemischt, ist vor der faschistischen Diktatur Bis zum Schluss war er kreativ tätig. Seine erste Einzelausstellung hatte im Februar 1918, noch während des 1. Weltkrieges.

Miró in Barcelona
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Er war bekannt mit dem Dadaisten Hans Arp, der nicht nur Lyrik schrieb sondern auch malte und bildhauerte. Die beiden waren Nachbarn in Paris. Zur Zeit des spanischen Bürgerkrieges unterstützte Miró die republikanische Regierung in Madrid durch den Verkauf von Siebdrucken eines eigens für die Weltausstellung in Paris 1937 entstandenen Plakates. Jeder Druck brachte einen Franc.

Sein Spätwerk war vom Zen und von den Abstrakten Expressionisten in den USA beeinflusst, den er auf seinen Japanreisen kennen und schätzen lernte, er integrierte in seine Malerei sowohl die leidenschaftliche Geste und die Kalligrafie als auch die vom Zen inspirierte Konzentration auf das Wesentliche. M. kann sich gar nicht sattsehen an den Werken dieses außergewöhnlichen Künstlers.

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