Elsternest

Die drei von der Sonne

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Gut beschützt verfolgen sie das Zusammenspiel von Mond und Sonne. Foto: © S. Wild

 

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2015 beginnt der Frühling mit einem Naturschauspiel: die Sonne um um 10:15 Uhr und um 10:45 Uhr. Fotos: © P. Deutscher

Schon Tage vor dem Ereignis hatten sich die Jungs spezielle, hauchdünne Folien von einem einschlägigen Internethändler zuschicken lassen, die sie mit ihren geschickten Händen in selbstgebastelte Brillengestelle klebten. Einer von ihnen beklebte einen simplen UV-Filter mit der hochwertigen Folie und schraubte ihn vor seine Nikon. Diese, auf ein Stativ gebracht, sollte das Ereignis im Bild festhalten. Der „stadtbekannte Blogger“ Michael S. bot spontan an, einen Artikel darüber zu schreiben. Und dann war es endlich soweit, Sonne und Mond schritten zur Tat. Sie bescherten am Frühlingsanfang A.D. 2015 den staunenden Betrachtern ein Naturschauspiel besonderer Art. Der Mond schob sich langsam vor die Sonne und deckte einen großen Teil von ihr ab, die leuchtende Scheibe der Sonne wurde weniger und weniger. Gebannt starrten die drei Kumpel durch ihre Hightech-Brillen und verfolgten das Naturereignis. Diese Art der Frühlingsbegrüßung hatten sie noch nie erlebt.

Die Sonnenfinsternis im Licht der Propaganda

Seit Wochen schrieben die Zeitungen über die bevorstehende Sonnenfinsternis. Die großen Stromkonzerne, ganz vorn dabei die EnBW, warfen ihre Propagandamaschinen an, um den Rückgang der ins Stromnetz eingespeisten Fotovoltaik-Energie als Argument gegen die Energiewende in Stellung zu bringen. Doch wer fällt darauf noch herein? Als neue Formen der Energiegewinnung in den Fokus rückten, sah die EnBW als Atomfossil ihre Felle davonschwimmen. Nach Tschernobyl war die Diskussion um die Energiewende nicht mehr aufzuhalten. Aber den Blackout kann man anlässlich eines so bedeutenden Ereignisses schön an die Wand malen. Es kam ganz anders: Die frühlingshaften Temperaturen sanken um ein paar Grad, die Einspeisung von zigtausend Sonnenkollektoren ging leicht zurück, um nach einer Stunde schnell wieder anzusteigen. Kein Stromnetz brach zusammen.

Die drei Kumpels packten nach einer Stunde ihre Sonnenbrillen ein, die Kamera wurde vom Stativ geschraubt und dieser Artikel floss bei abnehmendem Sonnenlicht in die Tastatur.

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