Elsternest

Friedenspreis der AnStifter 2020 an Julian Assange verliehen

Stella Morris, Ebbe Kögel, Marcela Herrera
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Aufgrund der Coronakrise konnte in diesem Jahr der Stuttgarter Friedenspreis nicht während einer feierlichen Gala im Theaterhaus an den Friedenspreisträger Julian Assange übergeben werden. Eine direkte Übergabe an Julian Assange wäre auch ohne diesen Umstand nicht möglich gewesen: Julian Assange sitzt immer noch in einem Hochsicherheitsgefängnis in London und wartet auf die Entscheidung über seine Auslieferung. Diese soll am 4. Januar erfolgen.

Statt Friedensgala Liveübertragung in viele Länder

Stattdessen veranstalteten die Mahnwachen für Julian Assange am 6. Dezember 2020 zusammen mit den AnStifter eine dreistündige Kundgebung mit Redebeiträgen und musikalischen Beiträgen auf dem Schlossplatz in Stuttgart. Das gesamte Programm wurde über den Youtube Kanal von Thilo Jung (Jung & Naiv) übertragen. So konnten neben einigen Hundert Zuschauern vor Ort weltweit Menschen, die sich für die Freiheit von Julian Assange einsetzen, die Veranstaltung verfolgen. Die Lebensgefährtin und Anwältin von Julian Assange war während der Rede von Peter Grohmann und Ebbe Kögel via Livestream zugeschaltet. Die Mahnwachen hatten zusammen mit den AnStiftern ein dreistündiges Programm zusammengestellt.

Die AnStifter seien kurz nach der Wende in Dresden gegründet worden, führte Peter Grohmann in seiner Rede aus. Damals hätten die Menschen sich dreimal umgeschaut, bevor sie den Mund aufmachten. Heute würden er wieder allen raten, sich ebenfalls dreimal umzusehen: einmal wegen des Abstandes, zweitens wegen des Verfassungsschutzes und den Chatgruppen der Polizei und drittens wegen des Finanzamtes. Damit sprach er aktuelle Bedrohungen an: die Coronakrise, die rechten Tendenzen in der Polizei und die Drohnung, zivilgesellschaftliche Vereine die steuerliche Befreiung zu entziehen, wenn sie sich politisch betätigen würden.

Der Friedenspreis ist mit 5.000 € dotiert

Für den mit 5.000 € dotierten Friedenspreis haben ein paar hundert AnStifter in diesem Jahr Julian Assange gewählt. Sie haben gewusst warum: Julian Assange ist einer der bedeutensten Enthüllungsjournalisten der Welt und er gründete die Enthüllungsagentur WikiLeaks, so Peter Grohmann in seiner Rede. Sein Video aus dem Irakkrieg wäre wie eine Schockwelle um die Welt gegangen. Über die WikiLeaks Plattform konnte man die Kriegsverbrechen der USA ansehen: Tötung von Zivilisten und Kinder. Im Gegensatz zu diesen Opfern, lebt Julian Assange noch. Aber sein Leben ist bedroht. Die AnStifter riefen dazu auf, sich weltweit für den Schutz des Inhaftierten einzusetzen.

Stella Morris hält Julian Assange für den wichtigsten politischen Gefangenen

Stella Morris, die während der Rede zugeschaltet war, bedankt sich im Namen von Julian Assange für die Verleihung des Stuttgarter Friedenspreises. Sie nahm das Bild von den Zuständen in der DDR nach der Wende und den heutigen Zuständen noch einmal auf. Sie schilderte die Pläne, die es gegeben hat, Julian Assange zu ermorden, als er in der ecuadorianischen Botschaft war und es gäbe weiterhin Pläne ihn zu zerstören. Er sei heute der wichtigste politischen Gefangenen in der Welt und das Verbrechen, das man ihm zur Last legt, ist die Aufdeckung von Kriegsverbrechen. Das schrecke die Machthaber in den USA bis in die höchsten Kreise auf. Die Briten und die USA würden mit Hilfe ihrer Propaganda alles tun, um zu beweisen, dass hier ein Journalist zu Recht eingesperrt worden sei.

Zu diesen Aspekten sprachen auch die folgenden Rednerinnen und Redner. Unter ihnen Stefan Drößler von Amnesty International und Siegfried Heim von der Deutschen Journalistinnen und Journalisten Union.

Obwohl nur einige hundert Zuhörer auf dem Schlossplatz zugegen waren, wurde die Botschaft, Julian Assange frei zu lassen, von 21.000 Zuhörern weltweit durch den von Thilo Jung bereitgestellten Stream verfolgt (Stand 7.12.2020 nachmittags).

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