Elsternest

Amanda Gorman hofft auf eine Politik der Versöhnung

Amanda Gorman während ihrer Gedichtrezitation
Amanda Gorman während ihrer Gedichtrezitation (Screenshot YouTube)

Mit Joe Biden ist ein Präsident ins Weiße Haus eingezogen, der die tiefe Spaltung des Landes überwinden will. Der auf den politischen Gegner zugehen will, der ihnen eine Hand reichen will, um über den von Trump gezogenen Graben zu gelangen. Damit unterscheidet sich der neue Präsident fundamental vom 45. Präsidenten Donald Trump. Der setzte in seiner ganzen Amtszeit auf Konfrontation und Spaltung. Sein Markenzeichen, das Zeichen von Gewalt: erhobene Faust und der ausgestreckte Zeigefinger.

Ganz anders als sein Vorgänger im Amt

Auch der Auftritt einer jungen, bislang unbekannten Lyrikerin während seiner Vereidigungsfeierlichkeiten setzte einen völlig anderen Akzent als sein Vorgänger im Weißen Haus. Trump hatte neben seinem immens großen Ego weder Platz für einen Lyriker, noch mochten namhafte Stars aus dem Musikbusiness für ihn den Inauguration Day gestalten. Dies, obwohl man behaupten könnte, Trump sei ein „Abfallprodukt der Popkultur“. Trump setzte „sein Image zusammen aus verschiedenen Elementen, Vorbildern, Narrativen, Ikonen, die auch so einen gewissen Trash-Appeal haben“, wie der Feuilletonist, Cineast und Kulturkritiker Georg Seeßlen einmal ausführte. Trump war schon bei seiner Amtseinführung wieder im Kampfmodus. Schon am Tag seiner Amtseinführung reichte Trump die Unterlagen für die Teilnahme an der Wahl 2020 ein.

Der 46. Präsident schlägt leise Töne an

Joe Biden dagegen schlug leise Töne an, die jedoch nicht weniger klar und kraftvoll waren. Dazu gehörte auch, dass er der jungen Lyrikerin das Rednerpult überließ. Sie rezitierte ihr erst vor kurzem entstandene Gedicht „The Hill We Climb“, was auch auf die Erstürmung des Capitolhügels Anfang Januar Bezug nimmt. Sprachgewandt nahm sie Absichten von Joe Biden auf, die er im Vorfeld seiner Amtszeit erläutert hatte. Obwohl vieles beschädigt wurde, müssten die Menschen wieder Hoffnung schöpfen und gemeinsam für eine stärkere Demokratie kämpfen.

Die Ereignisse der letzten Wochen nimmt Amanda Gorman mit in ihr Gedicht

In Ihrem Werk »The Hill We Climb« (In etwa: »Der Hügel, den wir erklimmen«) nahm Amanda Gorman lyrisch und mit vielen Sprachspielereien das auf, was Biden in seiner ersten Rede als US-Präsident betonte. Die Menschen müssten wieder Hoffnung schöpfen und gemeinsam für eine stärkere Demokratie kämpfen. Vieles wurde beschädigt, was wieder aufgebaut werden muss. Hier ihr Gedicht im Wortlaut

Amanda GormanZum Abspielen der Rede auf das Bild klicken

Keine Ausgrenzung von Menschen mit Beeinträchtigung

Eine weitere Besonderheit bei der Amtseinführung von Joe Biden ist der in Gebärdensprache übersetzte Treuschwur des Präsidenten auf die Bibel. Andrea Hall, eine afroamerikanische Feuerwehrkapitänin aus dem Südstaat Georgia, übersetzte den traditionellen Treueschwur, den Pledge of Alliance, in Zeichensprache. Auch damit Respekt vor der Diversität der Menschen in diesem großen Land.

Ein eindrückliches Porträt des 46. Präsidenten der Vereinigten Staaten von Amerika findet sich in der Mediathek von Arte. Hier wird deutlich, welche Stärken und Haltungen dieser Mann hat und warum er in der Lage ist, diesen schweren Job zu machen.

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