Elsternest

Die pure Lebensfreude

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Vom 11. Juli bis 13. Juli verwandelte sich der Erwin-Schoettle-Platz in ein kleines Stück Afrika. Die Mitglieder des Vereins “Afrikafestival Stuttgart e. V.” luden zum 12. Mal zu einem Fest der Völkerverständigung und des Austausches ein. Der Verein bekennt sich zur Wahrung der Menschenrechte. Er ist konfessionell und parteipolitisch nicht gebunden und hat sich zum Ziel gesetzt, die Kultur Afrikas einem breiten Publikum näher zu bringen und gemeinsam Feste zu feiern, um so die menschlichen und kulturellen Beziehungen zu anderen Völkern zu fördern und zu vertiefen.

Die pure Lebensfreude, figürlich dargestellt.
Die pure Lebensfreude, figürlich dargestellt.

Dicht gedrängt flanierten die Besucher bei herrlichem Wetter über einen Basar afrikanischer Waren. Von kleinen Lederarmbändern über Ketten bis hin zu aufwändig geschnitzten Holzstühlen konnte man die Dinge bestaunen und kaufen.

Für viele gilt es als das schönste Fest in Stuttgart. Die Essensstände vermitteln die kulinarische Seite dieses völlig unterschätzten Kontinents.

Um zu den Köstlichkeiten zu gelange, müssen sie alle in der Schlange stehen.
Um zu den Köstlichkeiten zu gelange, müssen sie alle in der Schlange stehen.

Couscous, Kochbananen, gefüllte Teigtaschen, Lammfleisch, Rind- und Hühnchenfleisch in schmackhaften, oft scharfen Saucen stärkten den Festivalbesucher. Bei dem reichhaltigen Angebot fiel die Wahl schwer.

Die Musik auf der Bühne vermittelt ebenso wie das Essen das afrikanische Lebensgefühl, die Leichtigkeit und Lockerheit, mit welcher Afrikaner mit ihren musikalischen Wurzeln umgehen.

Am Freitag spielte Mousa Coulibaly mit seiner Band. Die teils weißen Musiker kommen natürlich nicht aus Burkina Faso, wie das Programmheft ankündigte. Die ganze Band ist in Straßburg beheimatet, wie mir lachend der Bassist erzählte.

afika_festival_04Moussa Coulibaly ist in der der traditionellen Musikkultur seiner Heimat aufgewachsen und schafft mit der Mischung verschiedener Stile und Rhythmen traditioneller Instrumente spannende Afrobeat Klänge, die ihren Ursprung in der Mandingue Kultur haben. Mit seiner fesselnden und sinnlichen Stimme singt Moussa Coulibaly mündliche Überlieferungen der Volksgruppen Bwanda und Mandingue. Er lässt sich von den Traditionen der Griot inspirieren, die die Kora nutzen, um die Geschichten musikalisch zu unterlegen. Immer wieder legte Moussa Coulibaly seine Kora zur Seite und überließ sich den Rhythmen seiner Band. Dies Band war perfekt aufeinander eingespielt, erschuf ein subtiles Gleichgewicht zwischen Groove und Poesie, Tradition und Moderne, Energie und Sensibilität.

Am Sonntag spielte Maoudou Doumbouya. Der aus Guinea stammende Musiker begann seinen Gig mit einem seiner Tante gewidmeten Solostück.

Danach kam die Band ins Spiel, ebenfalls eine Mischung aus afrikanischen und deutschen Musikerinnen und Musikern. Immer wieder traten die Mitglieder der Band mit Soli aus dem Hintergrund ins Rampenlicht. Wie in Afrika üblich fehlten auch nicht die spontanen Tanzeinlagen von Leuten aus dem Publikum, die auf die Bühne sprangen.

Eines ist sicher: beim 13. Festival im nächsten Jahr bin ich wieder auf dem Erwin-Schoettle-Platz.

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