Elsternest

Morvan – Vercingetorix unterliegt den Römern

Zu Ehren von Vercingetorix
Hier tanzt nicht Fürst Vercingetorix auf dem Mont Beuvray, sondern das Bürgertum Anfang des 20. Jahrhunderts

Der legendäre Fürst der Gallier, Vercingetorix, schwor seine ihm untergebenen gallischen Stammeshäuptlinge auf den gemeinsamen Kampf gegen Rom auf dem Mont Beuvray ein. Er stand den Römern im „gallischen Krieg“ gegenüber. In Alesia wurden die Gallier vernichtend geschlagen. Die in der Stadt eingeschlossenen Gallier ergaben sich Ende September 52 v. Chr. Vercingetorix selbst wurde als Gefangener nach Rom geführt, wo er später hingerichtet wurde.

Ein Ausflug zur Festung der Gallier

Die Festungsanlage Bibracte wurde Ende des 2. Jahrhunderts v. Chr. auf dem Gipfel des Mont Beuvray von dem keltischen Stamm der Haeduer gegründet, welcher es zu seiner Hauptstadt machte. Diese, insgesamt nur etwa für ein Jahrhundert bewohnte, befestigte Siedlung, von Cäsar Oppidum genannt, ist mit ihrer ehemals beeindruckenden Befestigung und den verschiedenen Stadtvierteln eine der charakteristischsten und archäologisch wertvollsten ihrer Art.

Die Ausgrabungen der antiken Stadt Bibracte begannen bereits 1864. Sie wurden 1914 eingestellt, 1984 auf Geheiß von François Mitterrand wieder aufgenommen und sind bis heute aktiv. Immer wieder wurden hier um die Jahrtausendwende Volksfeste veranstaltet. Es wurde getanzt und viel Wein getrunken. …

Julius Cäsar verfasste hier seine Kommentare zu den Gallischen Kriegen

Es ist auch der Ort, an dem Julius Cäsar nach seinem Sieg bei Alesia verweilte, um seine Kommentare zu den Gallischen Kriegen zu Ende zu schreiben.

Der Gallische Krieg, insbesondere der gallische Widerstand unter Vercingetorix, der in der Niederlage bei Alesia endete, wurde vor allem im 19. Jahrhundert ein nationaler Mythos in Frankreich, vergleichbar der Heroisierung von Hermann dem Cheruskerfürsten in Deutschland. Zahlreiche Statuen erinnern daher in Frankreich an die Könige und Fürsten der Gallier. Humoristisch nimmt etwa die Comicreihe Asterix diesen Mythos auf, wobei stets betont wird, dass Caesar nicht „ganz Gallien“ eroberte. Essen Asterix und Obelix besonders gerne Wildschwein, so ist auch das ein Mythos: Die Gallier waren Viehzüchter und Wildschweine waren schwer zu jagen und wurden zudem von den Galliern als heilige Tiere verehrt.

Der nationale Mythos vom sozialistischen Präsidenten befeuert

Einer, der dem Mythos kräftig Vorschub verschaffte, war der sozialistische Präsident François Mitterrand. Er erwarb sogar bei Amtsantritt ein kleines Grundstück auf dem Berg. Hier wollte er begraben werden. Der Landerwerb inmitten des Naturschutzgebietes empörte die Öffentlichkeit. Mitterrand musste auf ein Grab in heiliger gallischer Erde verzichten.

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