Elsternest

John Hiatt ist immer noch nicht am Ende seiner Karriere

John Hiatt
Eine kleiner Ausschnitt aus der umfangreichen Produktion von John Hiatt

Der Singer-Songwirter John Hiatt hat kurz vor seinem 80. Geburtstag (20.08.1942) eine neue Platte aufgenommen. Auf seinen ersten Platten spielte er viel New Wave. Als er sich mehr dem Blues, Country und Southern Rock zuwandte, entdeckte ich ihn für mich.

John Hiatt mit ungebrochener Schaffenskraft

Seine Schaffenskraft ist auf dreißig Longplayern festgehalten, die er seit Veröffentlichung seiner ersten Platte Hanging Around the Observatory (1974) veröffentlicht hat. Ein Meilenstein seiner Karriere war sicher 1980 der Einstieg bei Ry Cooder. Seine Reputation als Songschreiber brachte ihm 1981 einen neuen Plattenvertrag bei dem Label Geffen ein.

Doch all das brachte ihm nicht wirklich Glück: Die erste beiden Alben bei dem Label floppten. John Hiatt, der seit frühester Jugend trank, verlor zusehends die Kontrolle über sich. Sein Alkoholkonsum überschritt das erträgliche Maß. Ein weiterer Schicksalsschlag ließ nicht auf sich warten: 1985 verübte seine zweite Frau Selbstmord. Nach Fertigstellung eines weiteren Albums unterzog er sich einer Entziehungskur.

Aus dem Tief langsam wieder nach oben gearbeitet

Es war ein steiniger Weg. 1986 heiratete er wieder und erhielt einen weiteren Schallplattenvertrag, dieses Mal beim A&M-Label. Die LP Bring The Family (in meiner Sam
mlung nur auf Musikkassette) spielte John Hiatt mit Ry Cooder, Nick Lowe und Jim Keltner ein. Jim Kelter, diesem genialen Schlagzeuger, der mit allen Größen der amerikanischen Folk-Rock-Szene gespielt hat.

2021: Leftover Feelings

Sein letztes Album erschien am 21. Mai in Deutschland. Über einen Song daraus habe ich schon hier geschrieben. Nun veröffentlicht Moritz Hildt bei Sound & Books eine ausführliche, fundierte Plattenkritik zu diesem Meisterwerk der Songwriter-Kunst.

Auf dieser Platte spielt John Hiatt mit Drobospieler Jerry Douglas und seiner Band zusammen. Schon allein die Entdeckung dieses Musikers macht für mich die Platte besonders wertvoll.

Alle Größen des Folk-Rock coverten John Hiatt

Die hohe Qualität der Songs von John Hiatt erkannten viele bekannte Musiker und coverten seine Songs. Darunter Bob Dylan, Bonnie Raitt, Bill Frisell, Joan Baez, Willie Nelson, Bruce Springsteen, David Crosby, Elvis Costello und viele andere mehr.

Kein Plagiat sondern Respekt vor dem Kollegen

Eric Clapton spielte nicht nur einen Song von ihm: Er benannt im Jahr 2000 gleich ein ganzes Album nach einem Song von Hiatt: Riding with the King. Zusammen mit B.B. King jammt er sich durch den Blues. Damit coverte er nicht nur diesen Titel sondern übernahm für seine Scheibe auch den Namen des Longplayers von Hiatt aus dem Jahr 1983. Doch trotz dieser Verehrung seiner Songwriterqualitäten durch diese Musikergrößen, blieb John Hiatt der große Durchbruch beim breiten Publikum verwehrt. Das sollte sich ändern! Regeln wir das.

John Hiatt an den Reglern Play the song, press the button

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