Elsternest

Maria Laach – Essen und Beten

Am See nach dem Essen

M. ist früh aufgestanden und hat statt seiner Zen-Meditation an der Morgenhore ((lat. hora „Stunde, Zeit“) teilgenommen. Die Benediktinermönche kommen mehrfach am Tag zu den Tagesgebeten zusammen, gemäß der Regel des Heiligen Benedikts: Bete und arbeite.

Das Essen ist  ganz auf Karfreitag abgestimmt

Das Frühstück karg. Heute ist Karfreitag, da gibt es kein Fleisch. Auch mit Wein zum Abendessen rechnet M. nicht. Gestern sei eine Ausnahme gewesen, erläuterte sein Tischnachbar, ein bekannter Pianist.

Ebenso das Essen am Mittag: Klare Brühe, Kartoffeln und Möhrengemüse. Wasser. Dafür der Morgenspaziergang ein Gedicht oder besser gesagt ein Konzert: Vogelgesang begleitet M. auf seinem Weg. Ein Steinlehrpfad führt ihn in die hiesigen Gesteine ein und was man alles damit machen kann.

Bei einem Vulkanausbruch vor 13.000 Jahren wurden riesige Mengen vulkanischer Asche und Bims ausgeschleudert. Dieser Auswurf bedeckte die Gegend bis ins Rheintal bis zu sieben Meter hoch. Dieses Gestein wird heute noch verarbeitet, überwiegend Tuffstein und Bimsstein.

Liturgie statt Wanderung

Eine nachmittägliche Wanderung lässt M. ausfallen. Er geht um 15 Uhr in die beeindruckende
Karfreitagsliturgie. Eineinhalb Stunden beten, singen und lesen die Mönche. Die Wandlungshandlung (Eucharistie) entfällt, man hat die auszuteilenden Hostien schon gestern geweiht.

Das mit dem Wein zum Essen am Abend war natürlich nichts. Dafür spannt uns Gastpater Viktor mit der Antwort auf die Frage, ob es morgen eine Bibliotheksführung geben wird, auf die Folter. Vor dem Abschlussgebet legt er die Tagesplanung für morgen und übermorgen aus: Es gibt morgen eine Bibliotheksführung. Alle Gäste an meinem Tisch sind sehr gespannt und erpicht, diese mitzumachen.

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