Elsternest

Mathias Jeschke und der Messerfisch

Mathias Jeschke
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Mathias Jeschke las am 9. Dezember im Schriftstellerhaus aus seinem gerade erschienenen Gedichtband: „Der Fisch ist mein Messer“. Es war der 4. Abend einer Lyrikreihe im Schriftstellerhaus, die wieder auf interessiertes Publikum traf.

Peter Schlack hatte 2006 die Grafiken in dem Band „Der Graureiher“ erstellt. An diesem Abend stellte er das umfangreiche Werk des Autors vor. Mathias Jeschke machte sich nicht nur einen Namen als Lyriker, er schreibt Kinderbücher, gibt die Lyrikreihe LYRIKPAPYRI im Horlemann-Verlag heraus und ist als Lektor bei der Deutschen Bibelgesellschaft tätig.

Der 1963 in Lüneburg geborene Jeschke verbrachte ein Dreivierteljahr auf See, studierte Theologie und ist Vater zweier Töchter. All das schimmert in den Themen seiner Gedichte und Publikationen durch, auch in dem neuen, siebten Gedichtband. Darin arbeitet Mathias Jeschke wieder mit Gedichtzyklen. Er wirft einen lyrischen Blick auf die Schlei, einem Meeresarm der Ostsee, verbindet maritime Ausdrücke mit lyrischen Formen.

Jeschke entführte die Zuhörer im Schriftstellerhaus nach Südafrika, einem Sehnsuchtsort des Autors, der sich lyrisch in einer eigenen Form darstellte. Es sind nicht nur die mit Ausdrücken der südafrikanischen Sprache angereicherten Zeilen dieser Gedichte, die einen besonders starken Eindruck bei den Zuhörern hinterließen, der Autor konnte in den Gedichten seine besondere Liebe zu diesem Land vermitteln: Seine Menschen, seine grandiose Landschaft und nicht zuletzt auch die aufwühlende Geschichte. Die fremdartigen Worte in diesem Gedichtzyklus wirkten wie Zaubersprüche.

Mathias Jeschkes Gedichte erzählen von den alltäglichen Verwandlungen wobei er sich selber nicht als ein „Suchender“ beschreibt sondern als ein „Gefundenhabener“. Er ist ein Lyriker mit einem hohen erzählerischen Anteil in seinen Gedichten.

Der Zyklus „Lotseninsel“ ist während des Inselmoment-Stipendiums auf der Lotseninsel entstanden, einem Aufenthalt von nur wenigen Tagen, Gedichte in „Wellen“-Form, den Anfangsbuchstaben einer jeden Zeile immer ein Stück weiter eingerückt, wie die Spuren der Wellen am Strand:

Schleimünde

Die Shantys in dem Gedichtband spiegeln unverkennbar die Sehnsucht nach maritimen Gefilden, spielen wie auch die Afrikagedichte mit fremdartigen Worten, diesmal aus dem Repertoire der Seeleute, ein Mishing, entstanden aus Englisch und Platt.

Der Fisch ist mein Messer
96 Seiten, Klappenbroschur
edition AZUR, Preis 16,90 €
zu erwerben in jeder Buchhandlung Ihres Vertrauens

Das Gedicht „Schleimünde“ ist auf der Webseite www.lotseninsel.de veröffentlicht.
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