Elsternest

Spuren nach Syrien – Suleman Taufiq und Basilius Alawad

Suleman Taufiq und Basilius Alawad
.

 

Der deutsch-syrische Schriftsteller Suleman Taufiq und der syrische Cellist Basilius Alawad waren am 17. November zu Gast in der Stiftung Geißstraße 7, eine Institution, die sich mit der Stadt Stuttgart, ihren demokratischen Traditionen und dem friedlichen Zusammenleben ihrer Bürger befasst.

Das syrisches Sprichwort „Jeder Mensch hat zwei Heimaten: Syrien und seine eigene“, trifft für den Autor Suleman Taufiq ebenso zu wie für Basilius Alawad. Erst vor kurzem ist er vor Krieg und Terror fliehend nach Deutschland gekommen und wird hier seine musikalische Ausbildung fortsetzten. Er spielte Stücke auf dem Cello, die sowohl in der syrischen Musik als auch in der europäischen Klassik verortet sind.

Suleman Taufiq wollte an diesem Abend nicht über die in Syrien gegenwärtig herrschende Philosophie des Tötens und der Zerstörung sprechen, er wollte seine Lyrik sprechen lassen und seinen neuen Roman vorstellen, der demnächst erscheinen wird. Obwohl er 1971 zum Studium der Philosophie und Komparatistik nach Deutschland gekommen ist, bewegt er sich nach wie vor in beiden Welten, der deutschen wie der arabischen. Viele Gedichte von ihm erscheinen in zwei Sprachen: Deutsch und Arabisch. Einige Gedichte trägt er auf Arabisch und Deutsch vor. Hört man ihm auf Arabisch zu, bekommt man einen Eindruck von dem Wohlklang dieser Sprache. Zwei Gedichte auf Deutsch hier und hier.

Seine Kindheit verbrachte er in Damaskus. Seine Mutter lebt noch dort. Die meisten ihrer neun Kinder sind weltweit verstreut. Damaskus setzt er mit seinem neuen Roman ein Denkmal, ein Roman, der nur an einem einzigen Tag spielt. Ein Projekt, das ihm schon seit langem vorschwebt. Nun hat er es verwirklicht, liest daraus eine längere Textpassage. Leider ist es aus drucktechnischen Gründen an diesem Abend noch nicht erhältlich. Wir sind auf seine Veröffentlichung gespannt.

Im Gespräch erklärte der Autor, dass er alle Texte auf Deutsch schreibe. Deutsch sei die Sprache seiner intellektuellen Ausbildung. An sein erstes deutsches Wort erinnert er sich immer noch: Wunderbar. Die Übersetzung ins Arabische nimmt er jedoch selber vor. Er hat nicht nur zwei Heimaten, er hat auch zwei Sprachwelten.

Café Dunya – Ein Tag in Damaskus
Erscheint demnächst und ist dann erhältlich in jeder Buchhandlung Ihres Vertrauen.

WordPress Cookie Plugin von Real Cookie Banner