Elsternest

Totempfahl: Kulturraub im Nordwesten

Häuptling Sealth neben dem Totempfahl

M. war als Kind und Jugendlicher von Indianern begeistert: Seinen Karl May hat er geliebt und den Lederstrumpf aus dem Bücherschrank seines Vaters gelesen. Heute pilgert M. zum Pioneer Square. Am Pioneer Sqaure findet er nicht nur einen riesigen Totempfahl, sondern auch die Büste von Häuptling Sealth, dem Namensgeber der Stadt. Er gehörte Mitte des 19. Jahrhunderts zu den bedeutendsten Häuptlingen des amerikanischen Nordwestens. Seine kleine Bronzebüste ist angesichts des imposanten Totempfahles leicht zu übersehen. Dieser ist ein Replikat des den Indianern gestohlenen Kultobjektes.

Geschäftsleute, die einen neuen Weg von Seattle nach Alaska erkunden wollten, stießen bei ihrem Landgang bei Rord Tongass auf dieses Exemplar von Totempfahl. Es war ihnen zu schwer und so sägten sie es kurzerhand in zwei Stücke und verbrachten diese nach Seattle, wo der Totempfahl 1899 auf dem Pioneer Square aufgestellt wurde. Durch einen Brandstifter wurde er 1938 zerstört. Ein berühmter Holzschnitzer des Tingit-Volkes (dem Volk, dem der Totempfahl gestohlen wurde) baute das ursprüngliche Totem nach, wo es 1940 wieder errichtet wurde.

M. kennt diese Art mit der Kunst der Ureinwohner umzugehen aus Afrika. Derzeit wird in Europa eine Diskussion darüber geführt, diese Raubkunst in die Ursprungsländer wieder zurückzubringen.

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