Elsternest

Gaaaanz langsam…

libelle

libelle_schlupf
Alle Bilder © Wolf Ohl

…kam die Libelle aus ihrem alten Panzer geschlüpft. Etwa 5 Stunden hat dieser Vorgang gedauert, den meine Nachbarn an ihrem kleinen Teich im Vorgarten ihres Hauses beobachteten.

 

Die Schlupföffnung befindet sich am Hinterkopf. Es gleicht einem kleinen Wunder, dass beim Schlüpfen das alte „Gehäuse“ bis auf diese Öffnung nicht beschädigt wird. Ein halbes Dutzend dieser verlassenen Hüllen lagen in den Schilfgräsern des Teiches, ich konnte eines mit nach Hause nehmen.

 

Millimeter um Millimeter schiebt sich die Libelle aus ihrer alten Haut. Die Flügel sind dabei wie ein Fallschirm auf dem Rücken zusammen gefaltet. Dann dreht sie sich um und es hat den Anschein, als wolle sie sich von ihrem alten Gehäuse zärtlich verabschieden.

 

Langsam breitet sie ihre Flügel aus. Es sind zwei Flügelpaare, die es ihr ermöglichen, in der Luft stehen zu bleiben. Die Luftfahrtingenieure hätten wohl kaum einen Hubschrauber ohne dieses filigrane Vorbild entwerfen können.

 

In der letzten Phase entfaltet die Libelle ihre Flügel vollständig und ist nun in der Lage, vom Teich, in dem die Larve ein ganzes Jahr gelebt hat, wegzufliegen.

 

Rings um den Teich brüten zurzeit die unterschiedlichsten Vögel. Ihre Jungen haben Hunger. So manche Libelle schafft es nicht, sich in die Lüfte zu erheben. Diese ist in den sonnigen Sonntagshimmel entschwunden.

 

Es ist nicht überliefert, ob die Elster eine der verlassenen Hüllen in ihr Nest gelegt hat.

 

 

 

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