Elsternest

J wie JJ Cale – Okie, Teil 6 der Top 10

Die Platte Okie aus dem Jahre 1974 von JJ Cale

JJ Cale hat bis zu seinem Tod 2013 ca. 15 Platten aufgenommen. Doch viel bekannter als seine eigenen Aufnahmen sind diejenigen von sehr bekannten Musikern, die seine Songs gecovert haben. Als herausragendes Beispiel sei hier nur Eric Clapton genannt.

Country-Blues-Klangformen in ultra coole Oklahoma-Lässigkeit vorgetragen

John Weldon „JJ“ Cale wurde am 5. Dezember 1938 in Tulsa, Oklahoma City geboren. Er bot Zeit seines Lebens seine unprätentiös formulierten Balladen in einer Mischung aus ultra coole Oklahoma-Lässigkeit und der gelösten, vollkommenen Stilsicherheit der Studio-Musiker von Nashville dar. Er verband seinen unterkühlten Sprechgesang scheinbar mühelos mit sparsamen, unspektulativen Begleit-Instrumentals. Heraus kamen dabei südstaatliche Country-Blues-Klangformen, die einen nahezu hypnotisierenden Sog ausübten. JJ Cales rauchige, bisweilen brüchige Vokalstimme fügte sich dabei so unauffällig in die Song Arrangements ein, dass sie ein Teil der Instrumentierung zu sein schien. Den typischen Tulsa-Sound entwickelte er bereits zusammen mit Leon Russell Ende der 50er Jahre. Eine Mischung aus Rock ’n‘ Roll, Blues und Country. Zuerst versuchte er den Stil von Ein-Saiten-Blues-Spielern wie Clarence Brown oder Bill Butler zu imitieren. Dann kamen Chet Atkins, Les Paul und Chuck Berry hinzu. Aber es klappte nicht so, wie er es sich dachte. Da erfand er seinen eigenen Stil, den „laid back Stil“: Nicht unbedingt langsam, aber entspannt und ohne Einschränkungen, den eigenen Vorstellungen folgend.

JJ Cale spielt unterschiedliche Musikstile

All dass hört man auf seinen Platten, wobei mir Okie besonders ans Herz gewachsen ist. Musikalisch deckt Okie eine Reihe von Genres ab, die in Cales höchst eigenwilligem Sound miteinander verschmelzen, vom Gospel-Standard Precious Memories bis zum straighten Country beim Ray Price-Cover I’ll Be There If You Ever Want Me.

Sein Tulsa-Sound kommt besonders bei Any Way the Wind Blows und Cajun Moon zu Geltung. Dagegen ist der Opener der Platte, Crying, Reggaelastig. Er zeigt JJ Cales Bereitschaft, neue Stile zu erkunden.

JJ Cale wurde von den ganz Großen gecovert

Okie enthält einige von Cales meist gecoverten Songs. Im selben Jahr der Veröffentlichung nahm Captain Beefheart I Got the Same Old Blues (abgekürzt Same Old Blues) für seine Bluejeans & Moonbeams LP auf, eine der wenigen Coverversionen, die jemals auf einem Beefheart-Album erschienen. Der Song sollte auch von Eric Clapton, Bobby Bland, Lynyrd Skynyrd und Bryan Ferry aufgenommen werden. Cajun Moon wurde von Herbie Mann auf seinem 1976er Album Surprises mit Gesang von Cissy Houston, von Poco auf ihrem Album Cowboys & Englishmen und von Randy Crawford auf Naked and True (1995) aufgenommen. In einem Interview aus dem Jahr 2013 bezeichnete Cale die Version des Jazzsängers Crawford als seine Lieblingsversion des Songs, und er nannte dieses Cover auch als eine seiner Lieblingsaufnahmen der Songs anderer Künstler.
Den Song Anyway the Wind Blows nahm Cale selbst noch einmal für sein mit Clapton eingespieltes Album The Road to Escondido im Jahr 2006 neu auf. Es ist besonders interessant, beide Versionen, zwischen denen 32 Jahre liegen, hintereinander zu hören, zumal sein großer Bewunderer, Eric Clapton, das Gitarrenspiel von JJ Cale kongenial ergänzt.

Originalversion von JJ Cale Anyway The Wind Blows

Die Platte Okie aus dem Jahre 1974 von JJ CaleZum Abspielen des Originalsongs auf das Bild klicken

JJ Cale mit Eric Clapton In San Diego März 2007: Anyway The Wind Blows

v.l.n.r.: Doyle Bramhall, Derek Trucks (Tedeschi Trucks Band) JJ Cale, Eric Clapton.
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v.l.n.r.: Doyle Bramhall, Derek Trucks (Tedeschi Trucks Band) JJ Cale, Eric Clapton

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