Elsternest

Magdalena Schrefel stellt sich vor

Magdalena Schrefel
Magdalena Schrefel mit Viktor Dallmann bei ihrer szenischen Lesung

 

Schon seit Anfang Februar weilt Magdalena Schrefel als Stipendiatin im Schriftstellerhaus. Am 17. Februar stellte sie sich eben dort vor. Sie hatte den Text mitgebracht, an dem sie während ihres Stipendiums arbeiten will. Die Vorsitzende des Vereins, Ingrid Bussmann, stellte die junge Frau kurz vor. Magdalena Schrefel stammt aus Wien und arbeitet seit 2014 als freie Autorin. Nach ihrer Matura arbeitete sie im Rahmen des Europäischen Freiwilligendienst ein Jahr in Vukovar, Kroatien, ging dann für ein Jahr nach Göteborg zur Ausbildung im Bereich Projektmanagement für NGO und Sozialen Bewegungen.

Ihren Bachelore im Studium Literarisches Schreiben am Deutschen Literaturinstitut in Leipzig hat sie mit einem Theatertext erlangt. Bisher hat sie noch nicht an längeren Prosatexten gearbeitet, sie will die Zeit ihres Stipendium nutzen, ihren ersten Roman zu beginnen. Als Arbeitstitel hat sie „Reisebleiche Lider“ gewählt, allerdings ist der Titel wie auch der Text ständig im Fluss. Darin beschreibt sie zwei Frauen auf einer Busreise irgendwo in Südeuropa an der Grenze zu Griechenland. Der Bus ist ihnen davon gefahren und die Icherzählerin steht mittellos da, offensichtlich in Griechenland, denn sie kann an keinem Automaten Geld ziehen, das es schlicht nicht mehr gibt.

Die Eingangsszene las Magdalena Schrefel zusammen mit Viktor Dallmann. Er weilt zur Zeit ebenfalls im Schriftstellerhaus, absolviert hier ein Praktikum, bevor sein Studium am Deutschen Literaturinstitut in Leipzig im nächsten Semester beginnt. Da Magdalena Schrefel vom Schreiben fürs Theater kommt, passt die Lesung mit zwei Lesenden gut.

Magdalena Schrefel und ihr Text in kritischer Diskussion

Unter den Zuhörern im Schriftstellerhaus waren einige erfahrene Schriftsteller des Hauses und so entspannte sich eine Art Werkstattgespräch über den Text, es gab sowohl Lob als auch Kritik. Der Text sei sauber erzählt und verließe sich auf die Geschichte, allerdings sei er auch hochredundant. Die Personen bleiben noch schemenhaft, Empathie stellt sich für sie nicht ein. Das sei ein großer Vorsatz von ihr, erläuterte Magdalena Schrefel und ja, es gäbe keinen (oder noch keinen) Plot. Das „Plotten“ hätte ihr noch nie gelegen, auch am Literaturinstitut hätte sie damit immer Probleme gehabt, verriet die angehende Romanautorin. Sie interessiere mehr für die kleinen Risse in einer Geschichte, für das Geheimnis unter der Oberfläche, das dadurch sichtbar würde und die Frage, was passiere, wenn die Risse größer würden.

Der vorgestellte Text sei überwiegend im Konjunktiv geschrieben und behielte doch eine gewisse ästhetische Betulichkeit, so eine kritische Stimme. Aber alle waren sich einig, dass ein begründetes Urteil im gegenwärtigen Stadium des Textes nicht gesprochen werden könne. Auf jeden Fall wäre man auf den fertigen Text gespannt, der sicher ganz anders aussehen wird, wie die Autorin selber einwarf.

Eine weitere Begegnung mit der Stipendiatin ist am Montag, 18. April 2016 um 19 Uhr 30 in der Galerie InterArt vorgesehen. Sie wird mit zwei ehemaligen Kommilitoninnen aus Leipzig eine Lesung fiktiver, fiktionalisierter und faktischer Ansichtskarten unter dem Titel „Das Wetter ist schön. Das Essen schmeckt gut.“ veranstalten. Näheres siehe hier.

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