Elsternest

Ö-S-W – Eine Sonne, tausend Füße, hundert Wasser

Hundertwasserhaus Wien

Heute ein Tag der Megaevents. Gleich am Morgen „brezelt“ die Sonne kraftvoll auf M.’s Halbglatze. Zu der Müdigkeit seiner Füße, die sich in den letzten Tagen nach 8-10 km Pflasterlaufen zwangsläufig einstellte, wird er sich heute definitiv noch mit der Schlappheit aufgrund der gestiegenen Temperaturen plagen. Das scheinen die ca. 40.000 Läufer des Wien-Marathons nicht weiter zu stören.

Nachdem gestern schon die Kinder ihrer Runden gedreht hatten, sind es heute die Sportler mit der Long-Distance-Ausdauer am Start. Natürlich sind nicht nur die tausende Sportler in die Stadt geströmt, sondern auch noch die vielen Tausend Zuschauer, die von Tribünen und vom Straßenrand den Läufern zujubeln.

Eingeschränkter Verkehr für alle, die nicht zu Fuß unterwegs sind

Zwangsläufig wird der Straßenbahnverkehr im Innenstadtbereich eingestellt und M. muss sehen, wie er mit der U-Bahn zu seinem Ziel kommt. Der Stephansdom liegt geschickt unter einer U-Bahnstation und so können sich er und seine Frau mit der Tochter dort treffen. Sie ist zur Zeit auf einer Studienreise – von ihrer Universität organisiert – im alten Europa unterwegs. Welch eine Freude, als sie sich am Freitagabend das erste Mal trafen! Heute wollen sie durch die Altstadt bummeln, die M. schon in den letzten Tagen ausgiebig erkundet hat. Er will ihr nun zielstrebig besondere Highlights seiner Lieblingsplätze und -gebäude zeigen.

Am Naschmarkt gibts nichts zu naschen

Der Naschmarkt liegt verweist. Auch hier sind die Läufer vorbei gelaufen. Deswegen ist kein einziger Stand geöffnet. Das bunte, lebhafte Treiben, dass M. bei seinem letzten Besuch genossen hatte, findet heute nicht statt. Deshalb fährt M. gleich weiter zum Hundertwasserhaus im 3. Bezirk.

Das Hundertwasserhaus: Ein sozial-ökologisches Bauprojekt

Das Hundertwasserhaus wurde von Friedensreich Hundertwasser gestaltet, nicht gebaut, denn Architek war er nicht. Zwischen 1983 und 1985 wurde es im Auftrag der Stadt Wien errichtet. Die architektonische Realisierung erfolgte unter Mitwirkung von Architekt Josef Krawina als Miturheber und des ausführenden Architekten Peter Pelikan. Bemerkenswert an dem Projekt: in dem Haus gibt es eine Reihe von Sozialwohnungen.

Wer im Hundertwasserhaus wohnt, hat das Recht, die Fassade rund um seine Fenster farblich selbst zu gestalten. Mehr als 200 Bäume und Sträucher auf den Balkonen und Terrassen machen das Haus zu einer grünen Oase mitten in der Stadt. Das ist ganz im Sinne des visionären Wiener Künstlers, der dank seiner Ideen zu Ökologie und Nachhaltigkeit auch als einer der ersten grünen Vordenker Europas gilt.

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