Elsternest

Roque Agando – La Gomera (18)

Roque Agando

Heute wieder früh losgefahren zu einer weiteren Wanderung im Naturschutzgebiet Parque National de Garajonay. Auf der Hochebene gibt es trotz der Feuer, die vor Jahren hier gewütet haben, noch Waldbestand. Und in den letzten Tagen ist es stetig wärmer geworden, die Temperaturen klettern über 25 Grad auf 30 Grad zu. Wanderungen in auf unbewaldeten Hochebenen sind nicht mehr erquicklich. Die heutige Wanderung, wieder eine Rundwanderung von knapp 6 km, führt zumindestens teilweise durch Waldgebiet. Es ist das Gebiet, was sich aufgrund einer imposanten „Felsfamilie“ Los Roques nennt. Der imposanteste unter ihnen der ist der Roque de Agando, der mit seiner etwa 220 m hohen zuckerhutähnlichen Form der auffälligste der Roques ist. Dass er an seiner Nordseite um etwa 100 Meter die an seinem Fuß vorbeiführende Straße Carretera del Centro überragt, liest M. in seinem Reiseführer.

Nahe dem Gipfel wurde ein Heiligtum der Gomeros, der Ureinwohner der Insel, gefunden, das dafür spricht, dass der Felsen bereits im 16. oder 17. Jahrhundert bestiegen wurde, liest M. in einem Wickipediaeintrag. Früher gab es sogar Klettertouren auf den Roque de Agando, die heute aufgrund des Naturschutzes verboten ist. Aber das hätte M. sich nie und nimmer geraut, Naturschutz hin oder her. Während M. noch beim Anblick des Felsens über heilige Stätten nachdenkt, hat seine Frau bereits ihr Highlight dieser kleinen Wanderung entdeckt: Einen riesigen Eukalyptusbaum, der sich hoch in den Himmel reckt. Tatjana macht sich gleich an das Einsammlen von (vertrockneten) Blättern und Früchten, die sie wie einen wertvollen Schatz in ihrem Rucksack verstaut. T. hat schon mehrfach Eukalyptusblätter auf Seidenschals gedruckt. Diese musste sie allerdings bei ihrem Wollhändler bestellen, der Wolle, Seidenstoffe und solcherlei Zubehör für Handwerker im textilen Bereich vertreibt.

M. verwundert sich immer wieder über die Sammelleidenschaft seiner Frau. Letztens kam sie doch wahrhaftig mit abgestorbenen Palmzweigen an. Wie sie die nach Hause bringen kann, darüber denkt sie immer noch nach.

Die Sammlerin Tatjana

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