Elsternest

Zentsū-ji – Der Tempel am Geburtsort von Kukai (JR-8a)

Tag 8 / 9: Zentsūji , 17. Oktober 2023

Pagode vom Tempel Zentsū-ji

Der Tempel Zentsū-ji („rechter Weg“) ist der Geburtsort von Kūkai. Dieses Heiligtum, das erste, das dem Shingon-Buddhismus gewidmet wurde, ist hoch verehrt. Die Tempelanlage umfasst sieben (!) Hauptgebäude, eine große Pagode und eine Stupa. Dieses in Japan eher seltene Bauwerk wurde mit Sand aus den acht heiligen Stätten Indiens errichtet. Die Steine singen. Die Erhabenheit des Ortes, zusätzlich erleuchtete vom goldenen Licht des Spätnachmittags kommt in allem zum Ausdruck. Überall an diesem heiligen Ort hängen Amulette, um eine Heilung zu erflehen, böse Geister abzuwehren, Glück zu erbitten.

Beeindruckend die fünfstöckige Pagode. Das heute aktuelle Gebäude wurde 1845 auf Anweisung des Kaisers Ninkō errichtet und 1902 mit einer Höhe von 45 m fertiggestellt. Im Haupttempel ist die Hauptkultfigur, der „Heilende Buddha“, mit mehr als 3 m ungewöhnlich groß und wurde um 1700 gefertigt.

Uralte Kampferbäume stehen schützend über dem Shinto-Schrein

Die beiden großen Kampferbäume in unmittelbarer Nähe sollen schon zu Kūkais Vaters Zeiten dort gestanden haben. Unter einem der beiden Bäume steht ein shintoistischer Schrein. Vor der Umgrenzungsmauer ist eine Figurengruppe von Buddha-Schülern aufgestellt. Was hat es damit auf sich?

Würdige Schüler Buddhas

Die Schüler Buddhas

Die rakan, auch arhat genannt, sind Asketen, die das buddhistische Gesetz auf der Erde zwischen dem Tod von Shakyamuni, dem historischen Buddha, und der Ankunft von Maitraya, dem Buddha der Zukunft, bewahren und verkünden. Der Begriff rakan bedeutet „der Würdige“ und ist der höchste Titel, der den Schülern des Zen-Buddhismus verliehen wird. Diese Schüler erlangten die Erleuchtung durch ihre rigorose Praxis und persönliche harte Arbeit. Im Zen-Buddhismus geht man davon aus, dass die Erleuchtung durch Einsicht oder lange und strenge Arbeit an sich selbst und ein tiefes Bewusstsein erreicht wird. Diese treuen Praktizierenden gelten als Hüter der Lehren des Buddha und werden als Vorbilder auf der spirituellen Suche verehrt.

Morgenritual im Geburtshaus von Kōbō Daishi

M. kann dem morgendlichen Ritual in der Miedo Halle zweimal beiwohnen. Die Miedo Halle steht im westlichen Teil der Zentsū-ji Tempelanlage. Hier soll das Geburtshaus von Kūkai gestanden haben. Von der Pilgerherberge kann man durch überdachte Gänge in die Halle kommen. Hier versammeln sich fünf Mönche, um das morgendliche Ritual zu zelebrieren, drei Männer und zwei Frauen.

Zentsū-ji: Morgentliches Tempelritual

Nach dem Ritual folgt die kleine Pilgergruppe den Anweisungen eines Mönches, der sie zu einer Treppe führt. Die Treppe hinunter geht es in einen Gang, der einen direkt unter die Stelle führt, an der Kūkai geboren sein soll. Der Gang ist komplett dunkel, sodass M. sich mit einer Hand an der Wand entlang fühlen muss, um den Weg zu finden. Die Dunkelheit soll den Besucher zur inneren Einkehr einladen. Auf etwa der Hälfte des Ganges öffnet sich dieser zu einer kleinen, schwach beleuchteten Höhle, dort stehen einige Figuren und hängen Mandalas. Unmittelbar nach der Höhle geht es wieder um die Ecke und absolute Finsternis umfängt einen.

Wie gut es tut: Ein Kaffee am Morgen

Nach dem Ritual im Zentsū-ji geht es zum Frühstück, das wieder streng vegetarisch ist und allerlei Gemüse und Tofu bereit hält. Wieder gibt es nur Tee. Aber die freundlichen Angestellten verkaufen auch wunderbaren, frisch gefilterten Kaffee, auf den M. so schwer verzichten kann. Als er sie bittet, ein Erinnungsfoto mit ihm zu machen, willigen sie freundlich kichernd ein.

Küchenfeen im Tempel Zentsū-ji

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