Elsternest

Auf den Spuren von Kūkai – Die Pilgerwanderung (JR-3)

Tempel 2 auf dem Weg von Kūkai
Eingangstor des Gokuraku-ji Tempels mit den beiden Wächterfiguren A-gyō und niUN-gyō links und rechts
Tag 3: Präfektur Tokushima, 12. Oktober 20123

Nach frühmorgendlicher Zen-Meditation und einem fulminanten, japanischen Frühstück verlässt die Pilgergruppe, begleitet von fähnchenschwingenden Angestellten das AoAwo Resort Hotel um am Tempel 2 ihre Pilgerwanderschaft aufzunehmen.

Kūkai mit Kind
Kūkai mit Kind und seinem Pilgerstab

Wie schon Tempel 1 wird auch der 2. Tempel auf der Pilgerschaft, der Gokuraku-ji, von zwei niōs, Wächter A-gyō und Wächter niUN-gyō, im Eingangstor bewacht. Nach der obligatorischen Waschung nach dem Eingangstor des „Paradistempels“, betritt M. die Tempelanlage. Wie auch schon im Ryozen-ji gibt es neben einem Haupttempel und einem Tempel, der Kōbō Daishi („Meister der Verbreitung des Gesetzes“) gewidmet ist, einige kleinere Tempel. Den Ehrentitel Kōbō Daishi erhielt Kūkai nach seinem Tod. Ein kleiner Zengarten rundet das friedliche Bild des Tempel ab.

Vom Gokuraku-ji Tempel geht es zu Fuß weiter, meist über dörfliche Straßen, vorbei an Bauern, die die letzten Reisfelder abernten. Ziel ist der 3. der 88 Tempel auf dem 1400 km langen Kūkai Pilgerweg: der Konsen-ji Tempel.

Reisfelder

Es sind nur wenige Kilometer bis hierher. Und so bleibt entsprechend viel Zeit, die Tempelanlage zu besichtigen, bevor der Bus mit den für das Lunch vorgesehenen Bento-Boxen eintrifft. Die traditionell japanische Bento-Box bestand aus lackierten Schalen, die kunstvoll in Tücher eingeschlagen wurden. Der Busfahrer bringt Bento-Boxen aus Kunststoff, in den kleinen Kunststoffschalen, die in einer rechteckigen Hauptschale zusammengefasst sind, befinden sich kleine Gemüse- und Reisspeisen sowie für den Nachtisch süße Leckereien.

Waschungen, die große Tempelglocke schlagen, Räucherstäbchen anzünden

Nach diesem leckeren Mittagssnack geht zieht es die Wandergruppe weiter zu Tempel 4, dem Dainichi-ji („Große Sonne)“. Dieser Wegabschnitt ist mit seinen 5 km doppelt so lang wie die erste Etappe. Dort angekommen wieder das übliche Ritual: Waschungen, die große Tempelglocke schlagen, danach zum Haupttempel, drei Räucherstäbchen anzünden (wer hat, dazu eine Kerze) und den Gong am Tempel läuten. Der soll die Götter aufwecken, denn die schlafen normalerweise und müssen geweckt werden, damit sie des Pilgers Gebete hören und seine Wünsche entgegen nehmen können. Das alles erklärt Michael von Brück aus seinem profunden Wissen über die buddhistischen Rituale.

Freundliche Mönche bewirten die Pilger

Mit dem Bus geht es weiter zu Tempel 6. Tempel 5 wird nicht besucht, da gerade am Anfang das Staunen über die Tempelanlagen jeglichen Zeitplan außer Kraft setzt. Im 6. Tempel, Anraku-ji („Ewiges Glück“), wird die Gruppe übernachten und wird von einem charmanten Mönch empfangen. Der, mit frisch rasiertem Schädel und Gesicht, den lachenden Augen und dem offenen Lächeln eines Menschen, der von einer einfachen und tiefen Freude erfüllt ist, Herzlichkeit ausstrahlt. Nach dem anstrengenden Tag tut ein Onsen-Bad gut, bevor es zum reichhaltigen Abendessen geht.

Die Pilger sind eingeladen, am Abendritual der Mönche teilzunehmen. Dabei werden hier auf einem kleinen Wasserlauf durch den Tempel schwimmende Kerzen entlang der Tempelräume fahren gelassen.

Im Anraku-ji Tempel gibt es keine Hotelbetten wie im AoAwo Resort, sondern auf Tatami-Matten werden Futons ausgerollt, Bettwäsche dazu und fertig ist die Schlafstätte des Pilgers.

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