Elsternest

Frauen im Rock (XXIV) – Bonnie Riatt

Bonnie Riatt Zum Abspielen des Songs bitte auf das Bild klicken.

Bonnie Raitt hat bei der Grammy-Verleihung 2023 den prestigeträchtigen Preis für den Song des Jahres, Just Like That, gewonnen. Die First Lady Jill Biden überreichte ihr den Preis.

„Oh mein Gott. Ich bin so überrascht. Ich weiß nicht, was ich sagen soll. Das ist einfach ein unwirklicher Moment.“
Bonnie Riatt bei ihre Dankesrede

Eine grandiose Karriere mit einem steinigen Anfang

Platinschallplatten im zweistelligen Bereich, zehn Grammy-Awards und eine Stimme zum Niederknien. Für David Crosby ist sie „my faverite singer in the world“. Die Bluesmusikerin Bonnie Raitt kann auf eine Karriere der Superlative zurückblicken.

Zur Welt kommt Bonnie Lynn Raitt am 8. November 1949 im kalifornischen Burbank, wächst anschließend aber in New York auf. Ihr Vater John verdient seinen Unterhalt als Broadway-Star, Mutter Marjorie arbeitet als Pianistin. Doch schon in frühester Jugend fühlt sich Bonnie mehr zum Rhythm And Blues und Country hingezogen.

Bonnie Riatt eine Autodidaktin

Sie bringt sich selbst das Gitarrenspiel bei, hegt zunächst aber keinerlei große Ambitionen, eine Laufbahn als Solistin einzuschlagen. Zwar übt sich Bonnie gelegentlich als Background-Sängerin, doch ihr eigentliches Berufsziel bleibt die Arbeit als Entwicklungshelferin in Tansania. 1967 beginnt sie daher in Harvard ein Afrikanistik-Studium. Dem Musikmachen entsagt sie dennoch nicht ganz.

Eine Begegnung mit Folgen

Die Begegnung mit Blues-Altmeister Dick Waterman verändert ihr Leben von Grund auf. Neben der Arbeit mit Dick und seiner Band erhält sie immer häufiger Angebote anderer bereits arrivierter Kollegen wie z. B. Howlin‘ Wolf. Mit unzähligen Auftritten als Gastmusikerin erwirbt sie sich innerhalb der Musikszene einen hervorragenden Namen, nicht zuletzt wegen ihres virtuosen Bottleneck-Spiels auf der Gitarre.

Ihr Debütalbum nimmt sie 1971 bei Warner Brothers auf, schlicht mit Bonnie Riatt betitelt. Es dauerte
achtzehn Jahre, bis die versierte Gitarristin den großen Sprung an die Spitze schafft.

Ihre Karriere hat auch dunkle Seiten

Bonnie Riatt durchlebte in den Folgejahren nach ihrem Debüt eine krisengeschüttelte Zeit, in der sie auch mit Drogen- und Alkoholproblemen kämpft. 1983 kommt es zum Bruch mit Warner Brothers. Ohne Label-Vertrag ausgestattet, verdient sie sich ihr Auskommen mit Konzert-Tourneen. Doch Bonnie Riatt beweist Qualitäten als Steh-Auf-Frau. 1989 unterzeichnet sie bei Capitol Records einen Vertrag und veröffentlicht die Langspielplatte Nick Of Time. Mit grandiosem Erfolg: Nick of Time (ihr immerhin bereits zehntes Soloalbum) eroberte Platz 1 der US-Charts, verhalf ihr zu drei Grammys und verkaufte sich allein in den USA fünf Millionen Mal. Im selben Jahr spielte sie auf Einladung von John Lee Hooker auf dessen Comeback-Album The Healer, auf dem sich die Größen der Bluesgitarre ein Stelldichein geben: Carlos Santana, Robert Craig, Canned Heat, Georges Thorogood und andere mehr.

Bonnie Raitt wurde im Jahr 2000 in die Rock & Roll Hall of Fame aufgenommen. 2010 wurde ihr Lebenswerk durch die Aufnahme in die Blues Hall of Fame der Blues Foundation gewürdigt.

Der Grammy für den Song of the year

2023 hat sie den Grammy für den besten Song des Jahres erhalten. Sie begleitet ihren Song mit einer wunderbar sauber gespielten Akustikgitarre im Fingerpicking Style.

Der Song erzählt sie die unglaubliche Geschichte über die Liebe, die Anmut und die Großzügigkeit von einer Mutter, die die Organe ihres Sohnes nach dessen Tod spendet. Damit hilft sie einem anderen Menschen weiter zu leben. Nach Jahren begegnet sie dem Mann, der durch das Herz ihres Sohnes gerettet wurde.

Das Lied ist eine volkstümliche Ballade mit einer weichen, langsamen Melodie. Es beginnt mit der Geschichte einer Frau namens Olivia Zand, die einen unerwarteten Besucher empfängt. Sie zeigt sich dem mysteriösen Fremden gegenüber seltsam vertrauensvoll und lässt ihn in ihr Haus, nachdem er sagt, er habe etwas, das Zand „wissen möchte“. Der Text aus Zands Sicht lautet:

„It’s not like me to trust so quick / Caught me by surprise / But somethin‘ about him gave me ease / Right there in his eyes.“

„Es ist nicht meine Art, so schnell zu vertrauen, / Es hat mich überrascht, / Aber irgendetwas an ihm hat mich beruhigt, / Direkt in seinen Augen.“

Der Song kehrt zu dem Mann zurück, der offenbart, dass er jahrelang nach Zand gesucht hat. Er wollte ihr mitzuteilen, dass er das Herz ihres Sohnes erhalten hat, als dieser starb. Er sagt: „Es war das Herz deines Sohnes, das mich gerettet hat / Und ein Leben, das du uns beiden geschenkt hast.“

Eine wahre Begebenheit inspirierte Bonnie Riatt zu dem Lied

Mit Just Like That erzählt Raitt eine Geschichte über eine wahre Begebenheit. Sie vermittelt in dem Song die unglaubliche Liebe und das Mitgefühl, das eine Familie braucht, um sich für die Organspende eines geliebten Menschen, insbesondere eines Kindes, zu entscheiden. Bonnie wollte auch die Perspektive eines Empfängers beleuchten und zeigen, was es für ihn bedeutet, das Mitgefühl einer Familie inmitten eines unvorstellbaren Verlustes zu bekommen. Die Verbindung beider Perspektiven macht diesen Song so großartig.

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