Elsternest

Mit dem Rücken zur Luft …

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… saß am 18. November Jürgen-Peter Stössel im Schriftstellerhaus und las aus seinem neuen Gedichtband gleichnamigen Titels. Günter Guben wollte die Einführung und die Moderation an diesem Abend machen. Allerdings war Usch Pfaffinger schneller: Noch bevor G. Guben das Wort ergreifen konnte, las sie zu Beginn ein paar Gedichte des Gastes aus diversen Bänden des Schriftstellerhaus-Almanachs in denen Jürgen-Peter Stössel vertreten ist. Das ist ein gutes Beispiel für das Engagement der Mitglieder des Schriftstellerhauses und für die weiten Diskussionsräume, die dieses kleine Haus in der Kanalstraße 4 bietet. Günter Guben kennt den Autor von gemeinsamen Veröffentlichungen und stellte ihn einfühlsam vor. In seiner ausführlichen Würdigung ging Günter auf das literarische Wirken des Autors ein. Von 1972 bis 1977 gab Jürgen-Peter Stössel zusammen mit namhaften Autoren (u. a. Uwe Timm) die Zeitschrift “Literarische Hefte” heraus und wirkte in der “Wortgruppe München” mit.

stössel_2Der neue Band des 1939 geborenen, heute in Freiburg lebenden Autors, ist in diesem Jahr im Drey-Verlag erschienen. Er vereint Gedichte aus den Jahren 2009 – 2014. Der Fünfundsiebzigjährige hat sich geistig nicht zur Ruhe gesetzt. Heute schreibt er überwiegend Lyrik. Er trat in der Vergangenheit hervor als Prosaist, Essayist und Wissenschaftsjournalist: Stössel arbeitete bis zu seiner Pensionierung als Veterinärmediziner.

Seinem Band stellte er ein Zitat von René Char voran: „Ein Dichter muss Spuren seiner Durchreise hinterlassen, keine Beweise“. Das Titelbild zeigt sehr schön, wie Stössel sein Themen umkreist, luftig, verspielt, ohne jede einen Zirkel zu benutzen. Besonders hat mir das Gedicht „Selbstporträt mit Kopfbahnhof“ gefallen. Darin der Kopfbahnhof in Form einer Märklin-Anlage. Mit der Eisenbahn verkürzten sich die Kinder das Warten auf das Weihnachtsfest. Seine Eltern besaßen bis zur Ausbombung ihrer Wohnung ein Modell des Stuttgarter Hauptbahnhofes, allerdings ohne die typischen Seitenflügel, die auch heute nicht mehr stehen, der Idee eines Durchgangsbahnhofs zum Opfer gefallen.

Sein Lieblingsgedicht in diesem Band ist „Kopf Weiden“, es ist auf dem folgenden Video aufgezeichnet (ab 3:50).

Im zweiten Video liest Jürgen-Peter Stössel das auf der Rückseite seines Bandes abgedruckte Gedicht „Wanderer“.

stössel_3Mit dem Rücken zur Luft
101 Seiten, gebunden, mit Schutzumschlag
Drey-Verlag, 17 €
zu erwerben in jeder Buchhandlung Ihres Vertrauens

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